Daten in der Cloud – Verschlüsselung (endlich) einfach?

Verschlüsselungs-Tool zufällig entdeckt:
Cryptomator-Logo

Es ist schon etwas her, aber in der Vergangenheit gab es doch mal die NSA-Geschichte, gerade was Cloud-Speicher in den USA betrifft. Die Datenschutzgesetze in den US-Staaten und Deutschland unterscheiden sich ebenfalls sehr stark. Das Problem ist, das Cloud-Speicher in den USA zur Zeit günstiger zu bekommen ist als in Deutschland. Sei es Google Drive, Dropbox und OneDrive, die für den Privatgebrauch brauchbare Mengen an freien Speicher zur Verfügung stellen, wenn man nicht gerade seine Bilderalben der letzten Jahre hochlädt. Einige von ihnen kann man auch recht günstig erweitern, wobei es grundsätzlich ein Abo-Modell ist. In Deutschland sind solche kostenlosen Offerten doch seltener und finden sich neben Web.de, GMX auch bei T-Online, Strato oder 1und1 als Nebenprodukt und meist mit eigener Software.

Ich selbst habe über mein Office365-Abo einen Terabyte an Cloudspeicher über OneDrive. Warum nicht nutzen? Ich muß zugeben, Dropbox und GoogleDrive haben auch ihren Charme. Doch wer seine Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge oder wichtige Briefe einscannt und in die Cloud unverschlüsselt speichert geht ein Risiko ein, das die Daten durch dritte sichtbar werden. Auch durch einen unbefugten Zugriff (Hack). Und wie war das mit NSA, Datenschutz und USA? Nunja.

Durch Zufall bin ich auf die Angebote von Web.de und GMX gestoßen die sich Web.de Tresor oder GMX Tresor nennen. Diese verschlüsseln auf Wunsch mit Hilfe von lokal installierten Programmen die Dokumente in der eigenen Web.de oder GMX-Cloud.
Das ganze ist noch Brandneu, am Tag der Erstellung dieses Eintrages erst erschienen. Weitere Infos dazu unter https://web.de sowie https://www.gmx.net.

Die Programme („Tresore“) basieren alle auf ein Open-Source bzw. kostenlosen Programm Cryptomator. Wenn man sich auf der Cryptomator-Seite genauer umschaut, bekommt man mehr Möglichkeiten zu Gesicht seine Dateien sowohl lokal als dann auch in der Cloud zu verschlüsseln. Und als kostenpflichtige App gibt es auch die Möglichkeit die verschlüsselten Daten per iOS oder Android aus der Cloud einzusehen. So zumindest der Hersteller. Damit macht dann wieder ein Speichern auf irgendeine Cloud wieder etwas Sinn, denn ohne den richtigen Schlüssel und ohne das passende Programm sieht man nur Kauderwelsch. Man sollte allerdings darauf achten, das man sein Entschlüsselungs-Passwort immer kennt, denn sonst ist es nicht mehr möglich die Daten wieder zu entschlüsseln. Des weiteren muss auf dem Computer wo man die Dateien einsehen möchte das Programm installiert sein.

Hier einige wichtige Stichpunkte die das ganze für mich sehr sehr interessant machen, da ich z.B. 1 TB OneDrive als „Nebenprodukt“ zum Office365-Abo besitze:

  • Clients für Windows, MacOS und Linux verfügbar.
  • Apps für iOS und Android (kostenpflichtig).
  • Deutsche Webseite mit ausführlichem Tutorial und Video wie das ganze funktioniert.
  • Funktioniert mit Dropbox, OneDrive, GoogleDrive, box.com und weitere.
  • Unternehmen mit Sitz in Deutschland.
  • Auch ohne Cloud können Dateien lokal auf der Festplatte in einem bestimmten Ordner verschlüsselt werden.

Das ganze wird meines Wissens nach nicht mit der iCloud von Apple funktionieren, zumal diese vorzugsweise für MacOS entwickelt wurde. Da hapert es schon mit einer gescheiten Integration mit Windows-Clients. Ich selbst habe Cryptomator noch nicht ausprobiert, werde dies aber durchaus tun. Dies ist (endlich?) ein Programm das sowohl unter diversen Betriebssystemen eines PC’s als auch mobil auf dem Handy läuft und diverse Voraussetzungen die ich habe mehr als erfüllt. Als Beispiel mein Fest-PC mit Windows 10 sowie mein Macbook und iPhone für unterwegs, so kann ich meine verschlüsselten Daten jederzeit einsehen.

Das Programm selbst ist kostenlos, aber auch die Entwicklung kostet Geld. Durch freiwillige Spenden in beliebiger Höhe kann man das Projekt unterstützen. So ist für jeden Geldbeutel was dabei.

Weitere Informationen unter https://cryptomator.org/de/

Sobald ich mehr Informationen und das ganze selbst ausprobiert habe, werde ich berichten. 🙂
Solltest Du aber bereits Erfahrungen gemacht haben, sowohl Positiv als auch Negativ, würde ich mich freuen von Dir zu hören!

Update 10.12.2017

Nach einigen Tests macht Cryptomator einen guten Eindruck. Einmal eingerichtet, kann man den Cryptomator jederzeit aufrufen und ein Laufwerk mit dem Mac oder Windows-PC öffnen um auf die Dateien zuzugreifen. Leider kann man das Programm nicht minimieren, so das man das Programm auflassen (bzw. in die Taskleiste minimieren) muß um auf die verschlüsselten Dateien zuzugreifen und um die Dateien verschlüsselt abzulegen. Dafür funktioniert es Systemübergreifend. Ich habe zum Beispiel die Verschlüsselten Verzeichnisse (Tresor) auf OneDrive eingerichtet und konnte diese auch unter Windows öffnen, mit dem selben Kennwort. (Bitte bei der Einrichtung des Tresors darauf achten, das das entsprechende Verzeichnis von Cryptomator selbst angelegt wird). Ausserdem immer darauf achten, das Laufwerk zu benutzen das nach dem entsperren des Tresors erstellt und geöffnet wird.

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